Berggedanken

Die Sonne
ist niemals so schön
wie an dem Tag,
an dem man sich auf den Weg macht.


Jean Giono

Bergsteiger sind Wahrheitssuchende, sind Menschen, die sich nicht an irgendeiner, altehrwürdigen Erzählung festhalten, „Philosophen“  Weise, die wissen, dass wir nichts wissen.  Oder ist Glaubensgewissheit, die von den Religionen als Lebenshilfe angeboten wird,  wie die Selbstsicherung am Berg – eine Gnade?

 

„Sobald die Musik der Stille in den Bergen zum ersten Mal deine Seele berührt hat, erzählt sie dir fortan erfüllende Geschichten.“
(Petra Gamper)

„Eines zu sein mit Allem,
das ist Leben der Gottheit,
das ist der Himmel des Menschen.“

(F.Hölderlin – Hyperion)

GOTT IN DEN BERGEN ERFAHREN

GOTT in den Bergen erfahren
anbetend vor SEINER Schöpfung niedersinken
emporgezogen werden in SEIN Licht
von der Größe SEINER Macht berührt werden

GOTT in den Bergen erfahren
IHM begegnen in den Wundern der Natur
einen Blick in SEIN Geheimnis tun dürfen
überwältigt sein von SEINER Schönheit

GOTT in den Bergen erfahren
die menschliche Schwäche zu spüren bekommen
an die Grenzen eigener Kräfte stoßen
angerührt werden von urgewaltiger Energie

GOTT in den Bergen erfahren
die Quelle des Lebens berühren
ins Licht getaucht sein
das Dunkel hinter sich lassen

GOTT in den Bergen erfahren
das wahre Sein erahnen
sich seiner Geschöpflichkeit bewußt werden
Distanz und Nähe von Schöpfer und Geschöpf
erkennen

GOTT in den Bergen erfahren
das Geschaffene als Geschenk empfangen
die Welt GÖTTlich und GOTT weltlich sehen
SEINE Schöpfung in Liebe umarmen

GOTT in den Bergen erfahren
wie von einem riesigen Magnet angezogen werden
erfassen, dass ER „alles in allem“ ist
nicht mehr von IHM loskommen können

GOTT in den Bergen erfahren
ahnen, was ER ist
in Sehnsucht nach IHM sich verzehren
immer mehr eins mit IHM werden wollen
(Norbert Scholl)

Jenseits der Wolken 

Ich stieg über die Wolken hin,
um zu erfahren,
wo die Unendlichkeit endet.
Ich stieg über die Wolken hin,
um mich in einem
zeitlosen Raum zu verlieren.
Jenseits der Wolken stieg ich hin,
um die Harmonie der Welt
wieder zu finden.

Die wahre Entdeckungsreise ist keine Suche nach neuen Landschaften,
sondern der Wunsch, mit neuen Augen zu sehen. A. Proust

Viele Wege führen zu Gott – einer geht über die Berge!
Reinhold Stecher

Und stieg ich Berge …
Und wanderte ich allein:
Wes hungerte meine Seele
In Nächten und Irr-Pfaden?
Und stieg ich Berge,
Wen suchte ich je,
Wenn nicht dich,
Auf Bergen?
(Friedrich Nietzsche)

Sajama in deinem Licht
Mächtig u. alt
prächtig u. kalt
massig u. breit
Wächter der Zeit
Wächter der Welt
bedroh mich nicht
sondern, birg mein Gesicht
in deinem Licht
Morgen – ge – dicht
Helmut Pinggera

DSCF0020

(Aus dem Bolivien Tagebuch vom 25.7.08)
Leonor ist eine seltsame, bescheidene, licht-, liebe- und zugleich kraftvolle Aymara-Frau, die uns tagelang begleitet hat. Sie hat für uns gesorgt als gute Köchin,
als Medizin-Frau und als Weise.
Gerade am Tag der Parinacota Besteigung, gleich nach der Rückkehr, lernt sie uns, dass es zum Anstand eines Menschen gehöre, den Berg um Erlaubnis zu fragen, bei ihm anzuklopfen,
genau wie man es an einer fremden Haustür macht.
Haben wir das je getan? Macht das überhaupt der abendländische Bergsteiger? Oh, was für Diebe wir sind! Wie oft stehlen wir die Seele des Berges und versteinern sie ins Gegenstandhafte,
im Konsum!
Nicht nur das Göttliche haben wir getötet; getötet haben wir auch seine Offenbarungsstätte:
DEN BERG!
Mancher von uns wird in Zukunft am Berg mit Anstand anklopfen und ihm mit Respekt begegnen!
Roman Burgo

Ein stetes Steigen im stillen Schweigen,
ein glückliches Schauen über Berge und Auen,
am Gipfel ein Rasten befreit von den Lasten,
ein stiller Traum im hohen weitem Raum.




target="_blank">Dynamic Headers by Nicasio WordPress Design