Die versunkenen Dörfer Graun und Reschen

Klang eine Morgenglocke über versunkenes Land,
Berge und Wälder schauten auf des Sees verträumten Strand.

Grünten Wiesen und Matten um einen lieblichen Ort.
Berge, Wald und See war wie ein heiliger Hort.

Der Zeiten gewaltiges Schreiten war stärker als Mensch und See,
so werden Dörfer versinken zu vieler Leid und Weh.

Klingt eine Abendglocke über versunkenes Land,
und die ewigen Berge träumen von des Sees einstigem Strand.
Dr. Hölzl

Versunken aber nicht vergessen,
zerstört aber nicht ausgelöscht,
die Erinnerungen bleiben wach.

Vertrieben aber nicht entwurzelt,
beraubt aber nicht mutlos,

Menschen, die ihre Kindheit und Heimat im Herzen tragen.
Gemeinsam haben wir gute und schlechte Zeiten durchlebt,
gemeinsam wollen wir bessere Zeiten gestalten.

Der 1913 in Westböhmen geborene Musikwissenschaftler, Pianist und Komponist Karl Michael Komma hat als Freund Südtirols, und tief erschüttert vom Schicksal des versunkenen Dorfes Graun, dem wie ein Mahnmal aus den Fluten ragenden Kirchturm die folgenden Verse gewidmet:

Bruder ferner Meeres stürme,
unter deinen Augenbogen
losch das Licht im Sog der Stürme.
Alle sind bergan gezogen,
selbst die Toten umgebettet,
eh die Wasser eingedrungen.
Einzig du bliebst ungerettet
in den nassen Grund gezwungen.
Nachts, wenn rings die Glocken schweigen,
fühlst du die Akkorde steigen,
die voreinst in dir gelebt.
Und sie schwingen in den Stühlen,
dass der See in seinen kühlen Gründen lauscht und lebt.