Die versunkene Stadt

An der Stelle, wo der Langtauferern Ferner ins Tal reicht, breitete sich einst eine große reiche Stadt aus, die Dananä hieß. Ihre Einwohner führten ein sorgloses Leben, besaßen sie doch alles in Hülle und Fülle. Dies Wohlergehen dauerte aber nicht lange. Ausgelassenheit und Unbarmherzigkeit stürzten die stolze Stadt ins Verderben.
Eines Tages kam ein alter Harfenspieler mit seiner Tochter, die von einer Pilgerrreise nach Palästina in ihre Heimat zurückkehrten in die Stadt und baten um gastliche Aufnahme für die Nacht. Mit Inbrunst sang die Jungfrau, und des Alten Stimme dröhnte wie mahnender Posaunenton des Weltgerichtes. Doch die Wüstlinge hatten kein Verständnis für die heiligen Lieder und stürzten sich auf die Beiden.
In diesem Augenblick brach die Stunde der Vergeltung herein. Eine riesige Bergfee erschien, ihre Geisterstimme übertönte das Brausen des Sturmwindes. Laut erschallte der Fluch:
„Dananä! Dananä!
Weh dir, weh!
Schneib zu – und  aper nimmermeh!“
Wie Bettflaumen so dicht fiel der Schnee vom Himmel und begrub mit ihren Schneemassen die stolze Stadt und ihre sündhaften Bewohner.
Noch heute, so erzählt die Sage, wandert ein irrender Jäger auf jenen unwirtlichen Höhen umher und sucht das Grab des inniggeliebten Mädchens.




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