Lichtenberg

»Robot, Fron, Zehent, Besitz«
»Spaunbrief« über die Rechte und Pflichten zwischen Stllfs und Schloss Lichtenberg 1493

Dieser „Spaun-Brief“ beinhaltet Vereinbarungen über Jagd, Federspiel, Wald und Weide, er wird zwischen den Vertretern der Gemeinde Stilfs und den Vertretern des Schlosses Lichtenberg abgeschlossen.
Erstens wird das sogenannte Wachtfutter vom „Schwarzen Thurn“ mit dreizehn Mutt Gerste festgelegt, wofür man bei der Abgabe 40 Brote, ein Schett (8,9 kg) Käse und eine Pazeide (6,5 lt) Wein erhält.
Auch soll man keine Gemsen mit der „Pixn“ schießen. Auch keine Murmeltiere sollen ausgegraben noch gefangen werden, außer mit Erlaubnis des Herrn von Spaur. Auch das Wildbret, das die Stilfser „fangen“, sollen sie an das Schloss abtreten; sowohl beim Abkauf als auch umsonst, immer müssen Brot, Käse und ein »Pecher Wein« vom Schloss gereicht werden.
Die Ochsen, Kühe, Pferde und Schafe können gemeinsam eingeweidet werden, auch auf den Almwiesen, dafür müssen die Spaur den Stilfsern einen Hirten mit Hund  „mit alle Harnisch zu widerstehen den wilden Thieren“ schicken, „und das der Hyrtt so vill Sey, das er mit ainem stekhen müg springen yber den pach den man nenndt Tremendt“.
Weiters sind die Lichtenberger der Gemeinde Stilfs verpflichtet, in Kriegsfällen die Bewohner in das Schloss aufzunehmen, samt ihrem Vieh, dafür muss die Milch im Schloss verwendet werden. Eingeschränkt wird dabei, dass der Landesfürst hiermit auch einverstanden sei. Für drei Tage muss das Schloss die Verpflegung übernehmen, bei längerem Aufenthalt verpflichtet sich das Schloss zur Verköstigung, wenn die Leute sich als „treu und gewärtig“ erweisen.
Des weiteren wird die Freiung im Schlossbezirk gewährt, d, h. bei etwaigen Vergehen, konnte man sich dort aufhalten, ohne gerichtlich belangt zu werden, sofern es sich um „ehrliche Verbrechen“ handelte.

(Text von der Schautafel hinter der Ruine Lichtenberg)

Wappen des Pankraz Kuen




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