Ortler – Im Reich der Sagenwelt

Sprachforscher glauben, dass für die  Kelten der Ortler „Wohnung auf der hohen Bergspitze“ bedeutet.
In der Vorstellung der Kelten wohnten die abgeschiedenen Seelen der  Fürsten auf dem Ortler. Auf der Angelusspitze hielten sich die „edlen“ Männerseelen auf, wo sie nahe der Sonne die Seligkeit ihrer Anschauung genossen, bis sie zuletzt in die Sonne –  das Paradies – versetzt wurden.

Den guten Frauenseelen war die Zufallspitze und der Cevedale zugewiesen. Sie trugen schneeweiße Kleider, Blumen in den Haaren, wohnten in unterirdischen Palästen, ruhend auf weichem Moos, pflegten auch Umgang mit den Menschen und besuchten ihre Männer auf der Angelusspitze.

Doch es kamen schlimme Zeiten, in denen boshafte Menschen und die wilden Männer ihnen den Aufenthalt verleideten.

Verlassen und unheilverkündend standen darauf ihre Wohnungen da, bis sie krachend zusammenbrachen und das Martelltal übermurten.

Die Seelen der bösen Männer hausten auf dem Zebru, jene der bösen Frauen auf der Tschenglser Hochwand, wo sie von wilden Stürmen hin und her gepeitscht wurden. Durch sie wurden die Unwetter verursacht.

Der Ortler träumt von vergangenen Zeiten.




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